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Aus dem Alltag

Vorstellung „Mein Allergie Portal“ + Interview

„Mein Allergie Portal“ die zentrale Wissensplattform rund um die Themen Allergien und Unverträglichkeiten. Mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, hilfreichen Tipps, medizinischen Neuheiten und vielen weiteren nützlichen Beiträgen.
 

Heute habe ich mal einen etwas anderen Beitrag für euch. Auf die Seite meinallergieportal.de bin ich vor einigen Monaten erstmals gestoßen, als ich bezüglich Asthma und Kreuzallergien mal wieder einiges Neues in Erfahrung bringen wollte. Für diejenigen unter euch, die die Seite noch nicht kennen, kommt hier eine kleine Vorstellung.

Man kann es als eine zentrale Plattform mit gebündelten Informationen zu den verschiedensten allergiebetreffenden Themen bezeichnen. Um den Lesern korrekte medizinische Inhalte zu liefern wird meinallergieportal.de von einem Fachbeirat unterstützt. Dieser besteht, den Themen des Portals entsprechend, aus Experten aus folgenden medizinischen Fachgebieten: Heilkunde, Innere Medizin, Lungen – und Bronchialkunde, Hals-Nasen-Ohren Heilkunde, Dermatologie, Tiermedizin und Ernährungstherapie.  

Das Portal bietet regelmäßig Neuigkeiten aus verschiedenen Bereichen. Zum Thema Allergien finden sich beispielsweise Beiträge über Pollenallergien, Heuschnupfen, Allergien gegen Tierhaare, Nahrungsmittelallergien & -unverträglichkeiten, Kuhmilchallergie, Hühnereiallergie, Weizenallergie und Sojaallergie. Auch zu Zöliakie, Laktoseintoleranz, Reizdarm, Fructosemalabsorbtion, Histaminintoleranz, Sorbitinoleranz werden Betroffene in dem Portal fündig. Weitere wichtige Punkte, die ich persönlich regelmäßig verfolge, sind die Themen Neurodermitis, Kontaktallergie und Urtikaria. Dies sind nur einige der verschiedenen Oberpunkte, zu denen es auf meinallergieportal.de Beiträge gibt. Außerdem gibt es für Allergie-Betroffene nützliche Empfehlungen zu Hotels, Restaurants, Büchern, Studien, Selbsthilfegruppen usw.  

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Das Portal wurde von Sabine und Harald Jossé in´s Leben gerufen. Ich durfte beide mittlerweile kennen lernen und habe netterweise die Möglichkeit gewährt bekommen, mit Frau Jossé ein Interview zu führen. Ich habe mit ihr über ihre eigene Betroffenheit, die Entwicklung der Allergien in den letzen Jahren und den wachsenden „frei von“ – Markt gesprochen.

 

Interview


Frau Jossé, sie leiden selbst seit einigen Jahren an Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Welche Lebensmittel müssen sie meiden?

Ich meide Produkte, die viele Zusatzstoffe enthalten, wie z.B. Geschmacksverstärker, Farb- und Konservierungsstoffe. In der Praxis bedeutet das, dass die meisten Fertigprodukte nicht in Frage kommen.

Wie sind Sie damals mit der Umstellung und dem Verzicht umgegangen?

Zu Beginn habe ich mir die einschlägigen Listen histaminreicher Nahrungsmittel besorgt und wirklich alles gemieden, was darauf zu finden war. Da unterschiedliche Quellen z.T. auch unterschiedliche Angaben machten, war das zunächst ein Verwirrspiel.

Mit der Zeit hat sich herausgestellt, dass auch als „histaminreich“ deklarierte Nahrungsmittel nicht zwangsläufig zu Symptomen führen müssen, zumindest bei mir. Mittlerweile esse ich also so ziemlich alles außer den meisten Fertigprodukten. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass ich mich deutlich gesünder ernähre als früher. 

„MeinAllergiePortal“ bietet als umfangreiche Plattform gebündelte Informationen zu verschiedenen gesundheitlichen Themen. Konnten Sie in den letzten Jahren einen deutlichen Anstieg der Nachfrage bezüglich Informationen zu Nahrungsmittelallergien und Unverträglichkeiten feststellen?

Der Bereich „Nahrungsmittelallergien und Unverträglichkeiten“ gehört bei MeinAllergiePortal zu den reichweitenstärksten Kategorien. Das war schon so, als das Portal ans Netz ging. Auch heute ist der Zuwachs an Lesern in diesem Bereich enorm und die Verweildauer ist sehr hoch. Das bedeutet, unsere  Besucher lesen die Beiträge sehr aufmerksam. Angesichts der Länge vieler unserer Interviews ist das bemerkenswert und freut uns natürlich sehr!

Welche Personengruppe ist Ihrer Meinung nach besonders stark von Allergien und Unverträglichkeiten betroffen?

Ich kann eigentlich nur sagen, dass Frauen mit 71 Prozent die Mehrheit unserer Leser darstellen. Ob man daraus schließen darf, dass Frauen auch mehrheitlich betroffen sind, kann ich nicht sagen. Sind z.B. die Kinder von Allergien und Unverträglichkeiten betroffen, suchen ja oft die Mütter nach Informationen, weil sie es sind, die in der Regel die Ernährung der Familie managen. 

Hinzu kommt, dass Frauen sich grundsätzlich häufiger mit Gesundheitsthemen beschäftigen.

Was würden Sie sagen, was das größte Problem für Allergiker oder Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten darstellt?

Die Problematik unterscheidet sich sehr nach Art der Erkrankung und den persönlichen Lebensumständen. Für Kinder, bei denen beim Kontakt mit „ihrem“ Allergen eine Anaphylaxie droht, ist der Alltag mit Sicherheit ein Kraftakt und das gilt im Grunde für die ganze Familie. Im Vergleich dazu ist eine Histaminintoleranz eher beherrschbar.

Eine Einschränkung im Alltag ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit aus meiner Sicht jedoch immer. Man kann eben nicht mehr einfach alles essen und muss beim Einkaufen Zutatenlisten studieren, die man auch nicht immer auf den ersten Blick versteht. Beim Essen gehen oder bei privaten Einladungen zum Essen wird es dann lästig, wenn man den Kellner hochnotpeinlich nach den Zutaten der Gerichte befragen, oder dem Gastgeber eine Positiv/Negativ-Liste vorlegen muss.

Interessant ist dabei, was sich so alles in den Zutatenlisten findet, z.B. Baumwollsamenöl, ein Nebenprodukt der Baumwollproduktion, in der Erdnussbutter. Auch stellt man schnell fest, dass nicht in allen Restaurants Kellner oder Koch so genau wissen, welche Zutat in welchem Gericht zum Einsatz kommt.

Immer mehr Unternehmen bieten „Frei von“ – Lebensmittel an. Erkennen Sie eine Verbesserung dieser Produkte im Vergleich zu den Anfängen vor einigen Jahren (hinsichtlich Geschmack, Preis, Optik und Notwendigkeit?)

Die Anzahl der „frei von“-Produkte hat sich in den Jahren deutlich erhöht. Das bedeutet, der Verbraucher hat eine Wahl und das ist aus meiner Sicht immer gut.

Gleichzeitig sind „frei von“ Produkte mehr im Fokus der Verbraucher, weil sie mittlerweile in vielen Supermärkten ein fester Bestandteil des Sortiments sind. Insbesondere der Bereich „glutenfrei“ hat von dieser Entwicklung profitiert, denn es gibt heute mehr Hersteller, die eine größere und qualitativ hochwertigere Produktvielfalt anbieten. 

Dabei darf man jedoch nicht vergessen, dass „frei von“ nur eine erste Orientierung gibt und dass ein „frei von“-Produkt nicht zwangsläufig qualitativ besser oder gesünder sein muss. Entscheidend ist letztendlich nicht, was „nicht“ drin ist, sondern was tatsächlich „drin ist“ im Produkt.

Gibt es eine Produktsparte oder ein konkretes Produkt, welches aktuell auf dem „Frei von“ – Markt fehlt?

Da gibt es sicher jede Menge Produkte, die sich die Betroffenen wünschen würden. Der Schwerpunkt der Industrie liegt auf glutenfrei und laktosefrei. Die Auswahl an fruktosefreien, nussfreien, eifreien etc. Produkten ließe sich sicher steigern und an „histaminfrei“ traut man sich meines Wissens nach noch gar nicht heran.

Wie nehmen Sie den „Trend“ wahr, dass immer mehr Menschen gesunde Alternativen in den „Frei von“ – Produkte sehen? 

„Clean Labelling“ ist kein neues Phänomen in der Lebensmittelindustrie. Auch in der Vergangenheit wurden Erkenntnisse aus dem Gesundheitsbereich marketingtechnisch einsetzt, Beispiele dafür sind „fettfrei“, „cholesterinfrei“, “koffeinfrei“ und „zuckerfrei“. Auch diese Produkte waren nicht zwangsläufig gesund, obwohl viele Verbraucher dies so bewertet haben. 

Bei „frei von“-Produkten wiederholt sich die Geschichte. „Frei von Zusatzstoffen“, z.B., bedeutet lediglich „frei von gesetzlich kennzeichnungspflichtigen Zusatzstoffen“. Das bedeutet, die nicht gesetzlich kennzeichnungspflichtigen Zusatzstoffe können in diesen Produkten durchaus enthalten sein.  Man sollte also, wie gesagt, prüfen was „drin“ ist und sich nicht allein auf das Clean Labelling verlassen.

Man mag diese Entwicklung kritisch sehen, sollte aber nicht vergessen, dass der „frei von“-Trend den wirklich Betroffenen durchaus zugutekommt. Erst durch die Ausweitung von „frei von“ auf Verbraucher, die nicht krank sind, sondern einfach gesund essen wollen, erreicht das Segment eine für die Industrie interessante Größe.

Was glauben Sie, wie sich die Lebensmittelbranche hinsichtlich des Angebots für Allergiker innerhalb der nächsten 5 Jahre verändern wird?

Die Zuwächse der Industrie im „frei von“-Bereich waren in den letzten Jahren schon enorm und es spricht nichts dagegen, dass dies auch noch eine ganze Weile so bleiben wird. Möglicherweise wird sich das Angebot auch auf Bereiche ausweiten, die momentan noch nicht so im Fokus stehen.

Wie könnte man Ihrer Meinung nach für eine noch bessere Aufklärung und Toleranz dem Thema „Allergien“ gegenüber sorgen?

Aufklärung allein wird nicht ausreichen. Ähnlich wie das Interesse der Lebensmittelindustrie an Allergien, Unverträglichkeiten etc. stieg, als sich ein Marktpotenzial abzeichnete, wäre dies auch in anderen Bereichen ein Motivationsfaktor. Erst wenn die Gastronomie, Bäcker, Metzger oder kleinere Lebensmittelproduzenten das Thema „frei von“ als Differenzierungsmerkmal begreifen, könnte diese Entwicklung ins Rollen kommen. Ein Anfang ist gemacht, denn es gibt „First Mover“, wie z.B. das „Gasthaus zur Schmelz“ im Odenwald, das schon seit Jahren für Allergiker und „Unverträgliche“ kocht. 

Danke für das Interview, Frau Jossé!


Ich kann mich auf der Seite über Neuheiten in der Neurodermitis-Behandlung, Tipps gegen Nesselsucht, Asthmatherapien, Pollenallergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten gleichermaßen informieren. Das spart Zeit und ist hilfreich, da ja irgendwie doch vieles miteinander verbunden ist und man sich das Zusammensuchen der Informationen von unterschiedlichen Seiten sparen kann. 

Ich habe mit Frau Jossé übrigens auch ein Interview über meinen Blog und meine Unverträglichkeiten geführt. Das Interview findet ihr hier.

Eure Fabienne

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