Aus dem Alltag

Kokosblütenzucker aus Java (Produktplatzierung)

Heute soll ein ganz besonderes Süßungsmittel im Fokus stehen: Kokosblütenzucker! Ich stelle euch Vivien und ihr Unternehmen „Janur“ vor und berichte euch ein paar interessante Fakten zum Thema Kokosblütenzucker.

 

Seit etwa einem Jahr verwende ich kaum noch handelsüblichen Raffinade-Zucker. Nicht nur die gesundheitlichen Vorteile anderer Zuckeralternativen haben mich dazu gebracht, sondern auch die Neugier auf Neues. Wieso sollte man immer den gleichen Zucker verwenden, wenn es doch mittlerweile so viele tolle Alternativen zu entdecken gibt?

Kokosblütenzucker war damals die erste Zuckeralternative, die ich bewusst ausprobiert habe. Da ich Probleme mit Rohrzucker hatte, war ich auf der Suche nach einem Ersatz für braunen Zucker. Da ist mir der Kokosblütenzucker in die Hände gefallen. Schon damals war ich von der Einsatzfähigkeit begeistert. Ich konnte ihn genauso verwenden, wie ich auch Rohrzucker verwendet hätte. Geschmacklich war ich allerdings von den verschiedenen Sorten nie vollends überzeugt. Ich wusste aus verschiedenen Recherche-Quellen, dass man auf eine gute Qualität und damit einhergehend auf einen höheren Preis achten sollte. Das habe ich natürlich so gut es geht berücksichtigt. Dennoch war ich stets auf der Suche nach einem Kokosblütenzucker, der mich sowohl von der Konsistenz als auch dem Geschmack und Geruch absolut überzeugt.

Auf der Slow Food Messe im vergangenen April habe ich dann Vivien von Janur kennengelernt. Bereits in meinem Blogpost über die Messe hatte ich erwähnt, dass dieser Zucker definitiv mein Highlight war.

Kokosblütenzucker aus Java

Wieso fragt ihr euch? Nun, zum einen hat mich die Farbe angesprochen. Er hatte im Vergleich zu meinen bisherigen Kokosblütenzucker-Sorten eine hellbraune Farbe, fast schon Beige. Die bisherigen Sorten, die Einzug in meine Küche gewährt bekommen hatten, waren hingegen dunkelbraun, eher rötlich.

Der nächste Punkt war der Geruch. Der Janur-Kokoszucker riecht mild und angenehm. Man riecht das Vanille, eine malzige Note kommt auch gut heraus und es duftet einfach herrlich nach Karamell. Mein vorheriger Kokoszucker hat sehr intensiv gerochen, irgendwie verbrannt. Es ist schwer zu beschreiben, aber man hat nicht die einzelnen Komponenten herausgerochen.

Dann die Konsistenz! Der Janur-Zucker zergeht auf der Zunge. Er ist nicht klumpig und ganz zart. Lässt sich also super zum Backen verwenden, weil er sich schnell auflöst und dem jeweiligen Gericht anpasst. Mit anderen Kokosblütenzuckern hatte ich die Erfahrung gemacht, dass sie bereits klumpig in meiner Verpackung waren (trotz luftdichter Verpackung usw.). Dementsprechend haben sie sich langsamer aufgelöst. Die kleinen Zuckerklumpen waren zudem eher hart, haben sich nicht so weich auf der Zunge angefühlt. Pur wollte man ihn nicht essen. Na gut, pur isst man Zucker in der Regel ohnehin nicht. Aber vielleicht macht das meine Begeisterung für den Janur-Zucker deutlich: Den könnte ich nämlich pur essen 🙂 !

Wo wir auch schon zum vielleicht wichtigsten Punkt kommen, dem Geschmack! Wie beim Geruch schon erwähnt, schmeckt man auch das Vanille wunderbar heraus. Außerdem schmeckt er angenehm nach Karamell. Ich mag eigentlich gar nicht gerne Karamell. Deshalb ist es mir wichtig, dass der Geschmack leicht und angenehm ist, nicht allzu sehr im Vordergrund steht. Neben der Vanille und dem Karamell kommt dann noch eine wunderbare Malz-Note heraus.

Für diejenigen unter euch, die bisher noch keine Erfahrungen mit Kokosblütenzucker gemacht haben: Er schmeckt, anders als der Name es vermuten lässt, nicht nach Kokos. Stattdessen zeichnet er sich primär durch einen Karamell-Geschmack aus. Ein wichtiger gesundheitlicher Aspekt des Kokoszucker ist, dass er einen sehr niedrigen glykämischen Index hat. Das bedeutet er lässt den Blutzuckerspiegel langsam und gleichmäßig ansteigen. Daher ist er ein sehr gutes Süßungsmittel für Diabetiker. Im Vergleich zum handelsüblichen Zucker sorgt er für eine langsamere Energieausschüttung, die erstens länger sättigt und zweitens keine Zuckerhochs  und -tiefs verursacht.

Der Kokosblütenzucker von Janur stammt aus Java, genauer gesagt aus dem Hochland von Java in Indonesien. Dort wird der Nektar von wilden Kokospalmen gewonnen und nachhaltig verarbeitet. Vivien arbeitet mit einer indonesischen Familie zusammen, die in mühevoller Kleinarbeit per Hand den Nektar erntet und anschließend zu Kokosblütenzucker verarbeitet.

Kokosblütenzucker aus Java

Um dieser Arbeit gerecht zu werden und die nachhaltigen Bedingungen zu schützen, sind gut angebaute Kokosblütenzucker-Sorten wie der von Janur meist teurer. Hierbei muss jeder für sich selbst wissen, ob er auf diese Faktoren Wert legt oder nicht. Ich habe mittlerweile etliche Sorten probiert, von teuer bis günstig und kann sagen, dass ich lieber ein paar Euro mehr in die Hand nehme und dafür erstens ein besseres Ergebnis bekomme und zweitens die Arbeit dahinter wertschätze.

Vivien legt bei ihrer Arbeit viel Wert auf Transparenz. Um sie und ihr Unternehmen ein bisschen besser kennenzulernen und ihre Visionen verdeutlichen zu können, habe ich ein kleines Interview mit ihr geführt, welches ihr nachfolgend lesen könnt 🙂

Vivien Vogt von Janur


Vivien, welchen Bezug hattest du vor JANUR zu Kokosblütenzucker?

So, wie vermutlich viele, die jetzt zum ersten Mal das Wort ,Kokosblütenzucker´ hören: Gar keinen 🙂

Ich hatte weder davon gehört, noch hatte ich eine Ahnung, was sich dahinter verbirgt.

Du kommst beruflich aus einer ganz anderen Richtung, hast Geistes- und Kulturwissenschaften studiert, warst vorher bei einem Müsliunternehmen.  Wie kam es dazu, dass du dich dafür entschieden hast, deinen sicheren Beruf an den Nagel zu hängen und dich in ein Abenteuer mit Janur zu begeben?

Mir wurde mehr oder weniger die Entscheidung aus der Hand genommen; mit meiner Vision im Gepäck, auf Java ein soziales Projekt ins Leben zu rufen, rief die Casting Agentur vom ,Perfekten Dinner´ an und ich war mitten drin; nach dem Sieg mit meinem Kokosblütenzucker-Menü ging dann die Post ab und ich musste mich entscheiden… Ich habe mich für ein neues Lebenskapitel entschieden.  

Was ist Janur für dich?

Da habe ich schon ein wenig vorweggenommen… alles Passion, Herzblut, eine Lebenseinstellung, wenn man sich das ganze Projekt dahinter anschaut und natürlich Existenz.

Es gibt etliche Anbieter für Kokosblütenzucker. Was genau unterscheidet Janur von anderen Kokosblütenzuckern?

Ich habe mich lange mit dem Produktionsprozess beschäftigt und habe mit meiner Produzentenfamilie vor Ort viel über Qualitäten gesprochen; ich kann nur sagen, dass JANUR ein so vielschichtiges Aroma auf der Zunge hat und jeden erstaunt, der meint, dass er Kokosblütenzucker kennt. Das liegt u.a. an meiner hohen Restfeuchte, die ganz wesentlich das Aroma beeinflusst. Kurze Lufttrocknung an der Dschungelsonne – das war es.

Du legst bei deiner Kommunikation und deiner Bildsprache großen Wert auf Transparenz und Nahbarkeit. Wieso ist es dir so wichtig, deinen Kunden zu zeigen, woher der Kokoszucker kommt und zu vermitteln, dass du selbst mit anpackst und die ortsansässigen Bauern bei der Ernte unterstützt?

So viel wie möglich von der indonesischen Lebens- und alltäglichen Arbeitswelt zu zeigen ist nicht nur spannend. Ich denke, es schafft auch Vertrauen: Wie authentisch ist eine Marke, wie viel Arbeit steckt darin, wie wertig und hochwertig ist es. Die Zusammenarbeit vor Ort empfinde ich als ebenso wichtig, um Wertschätzung entgegenzubringen. Aufzuzeigen, was passiert denn eigentlich mit Eurem Kokosblütenzucker hier in Deutschland, was passiert mit Euren Cashews, Euren Erdnüssen… ebenso wichtig, um einen Sinn für die tagtäglichen Mühen zu spenden. Die Nähe ist mir deshalb so wichtig. Ich möchte es verstehen, nachvollziehen und ebenso meinen Respekt für die Mühen zum Ausdruck bringen. Das muss sich auch in der Bezahlung widerspiegeln.

Für euren Kokoszucker bietet ihr eine originelle Verpackung aus Bambus an. Wie kam es zu der Idee?

Ich wollte eine Verpackung, die man nie wieder wegschmeißt, die wunderschön ist, die man gerne verschenkt und die gleichzeitig keine Ressourcen vernichtet und Familien ihre Arbeit sichert. Bambus ist ein idealer Rohstoff, ein Gras, was all diese Kriterien erfüllt.

Wie lange dauert es ungefähr bis der Kokoszucker in deiner schönen Bambusdose verpackt ist? Quasi von der Ernte bis zur Verpackung?

Puh, zunächst muss der Zucker ja aus dem Dschungel zu mir eine lange Reise mit dem Schiff zurücklegen und in Passau mache ich dann alles in minutiöser Handarbeit. Den Zucker zerkleinern, nochmals sieben, dann erst kommt die Abfüllung in den Bambus. Das ist aufwendig und dauert pro Dose ca. 3 Min, bis alles fertig ist.

Wie ist der Name Janur entstanden, hat er eine Bedeutung?

JANUR heißt „das Palmblatt“ in der Landessprache. Bei mir geht alles rund um das Thema der Palme – nicht nur der Kokosblütenzucker, auch die Schalen der Kokosnüsse und das Holz der wilden Kokospalmen lasse ich weiterverarbeiten. Ich versuche immer, einen geschlossenen Kreislauf herzustellen, bei dem alles sinnvoll weiter- oder wiederverwertet wird.

Mal eine Frage für diejenigen, die bisher keine Erfahrung mit Kokosblütenzucker haben. Was genau ist Kokosblütenzucker eigentlich? Wie kann man ihn sich geschmacklich vorstellen und woran erkennt man einen guten Kokoszucker? Wieso sollte man auf gute Qualität und eventuell einen höheren Preis achten? Was gibt es für Anzeichen, die ich als Kokoszucker-Interessierter beachten soll, wenn ich mich nicht entscheiden kann welche Marke ich kaufe.

Indikatoren, sofern er im Glas ist, sind immer seine Farbe und die Trockenheit – siehst Du, dass er wie Granulat ist und recht dunkel, dann wird er geschmacklich eher rauchig, verbrannt schmecken, eventuell leicht nach Laktritz und ,furztrocken´:)

Worin unterscheidet sich Kokoszucker von Rohrzucker? In welchem Verhältnis kann er verwendet werden?

Kokosblütenzucker ist reiner Blütennektar, der bei mir aus den Blüten wilder Kokospalmen gewonnen wird. Dieser Nektar wird dann schonend über dem offenen Feuer eingekocht – jetzt entsteht der charakteristische Geschmack: Bei mir sind es feine Karamell und Malznoten, ein Hauch nach Vanille und manchmal sogar recht würzig. Wie gesagt, ich kenne keine ungewöhnlichere Art von Zucker, die weder so richtig nach Zucker schmeckt, geschweige denn nach Kokos 🙂 Zurück zur Herstellung: Er kocht schonend ein und bloß nicht zu lange, bis er zu einer Art Karamellbonbon wird. Dann wird er vom Feuer genommen und dann zerkleinert und so lange gesiebt, bis er ganz fein ist. Anschließend trockenen wir ihn kurz an der Sonne. Das Ergebnis ist wie gesagt der Hammer! Samtig und zart schmelzend. Yami! 

Qualität ist so eine Sache:

  • Es wird mittlerweile viel gestreckt und gepuncht. Gerade im Bio-Bereich…. da der Druck auf die Bauern wächst aufgrund von mehr Nachfrage und klimatische Verschiebungen dafür sorgen, dass der Nektar nicht mehr in den Mengen vorhanden ist, wie ihn die Kokoszucker –Massenindustrie braucht, wird mit braunem Zucker gestreckt
  • Kokosblütenzucker wird von allen Anbietern in Öfen getrocknet, um die Mikrobiologie abzutöten – das verändert enorm den Geschmack und sein Geschmacksspektrum. Wie gesagt, er ist dann wie ein Karamellgranulat und ,furztrocken´;-)
  • Wie lange wurde er eingekocht und das ist ein ganz wichtiger Faktor! Denn wird er ,überkocht´, entstehen typische Kohlenstoffaromen, sprich er kippt ins Bittere, mitunter auch nach Lakritz.
  • Sind es Palmen aus einer Höhe oder ein wildes Sammelsurium?
  • Sind es Wildpalmen oder Monokulturen? Das beeinflusst natürlich weniger den Geschmack, als mehr Dein Gewissen.
  • Ist über Gas oder dem offenen Feuer mit unterschiedlichen Hölzern produziert

Das Ding ist, dass kein Hersteller so ins Detail geht – sei es, dass er nicht will, sei es, dass er es schlichtweg nicht weiß, da er alles irgendwo zusammenkauft, sei es, dass er es nicht für relevant hält. Wenn man allerdings meint, man hätte etwas anderes im Mund als Kokosblütenzucker, dann weiß man, dass es sich lohnt, hier in die Tiefe zu gehen. Auch ein Grund, weshalb ich so dicht mit meinen Bauernfamilien in Kontakt stehe. Ich will es verstehen und nach bestem Wissen und Gewissen, den besten Kokosblütenzucker überhaupt meinen JANUR Fans anbieten. 

Wie häufig besuchst du die Bauern auf Java? Wieso eigentlich genau Java? Wie bist du damals dort gelandet? Haben die Bauern schon vorher Kokoszucker angebaut, oder war das eine gemeinsame Idee von euch?

Kokosblütenzucker hat eine jahrhundertelange Tradition in Indonesein und ich purzelte dort nur durch Zufall in das Dschungeldorf, als mich einer meiner javanesischen Freunde mit zu seiner Familie einlud. So landete ich dort und war begeistert von dieser Art Kokon in der Abgeschiedenheit mit einer wirklichen Rarität! Mindestens 2-3 Mal pro Jahr, denn schließlich baue ich ja stetig das Netzwerk der Farmer mit meinen neuen Ideen aus. Wir wollen ja gemeinsam wachsen 🙂

Vivien und ein Teil ihres javanesischen Team´s
Vivien und ein Teil ihres javanesischen Team´s

Danke für das Interview, Vivien!


Der Janur-Kokoszucker ist über den eigenen Onlineshop erhältlich. Im Shop gibt es nicht nur den Kokoszucker in mehreren Größen und Verpackungen, sondern auch allerhand weitere Leckereien rund um den Kokoszucker. Beispielsweise karamellisierte Cashewkerne (nur mit Kokoszucker oder mit Kakao und Kokoszucker), eine Curry-Mischung auf Basis von Kokoszucker, ein Gewürzmix für eine selbstgemachte Erdnusssoße und bald auch kleine Schalen aus Kokosholz oder einer ganzen Kokosnuss.

Ich bin ein großer Fan der Curry-Gewürzmischung, da sie ohne Sellerie ist. In vielen gängigen Curry´s findet sich nämlich üblicherweise das Allergen, weshalb ich mir meine Curry-Mischung in der Regel selbst mache. Außerdem könnte ich mich in die karamellisierten Kakao-Cashews reinlegen haha 🙂 Der Kokoszucker ist wie schon gesagt in mehreren Verpackungen erhältlich. Zum einen in den schönen Bambusdosen, die in mehren Größen erhältlich sind, zum anderen in kleinen Jute-Säckchen oder in wiederverschließbaren Papptüten, die sich zum Nachfüllen für die Bambusdose eignen. Diese Dose ist wie ich finde ein richtig schöner Blickfang in der Küche. Jede Verpackung wird von Hand graviert und ist ein Unikat aus einem 100% Naturprodukt. 

Kokosblütenzucker aus Java

Vielleicht ist der eine oder andere von euch nach diesem Blogpost neugierig geworden und möchte diese Zuckeralternative ausprobieren. Ich bin nach etlichen Versuchen und zig unterschiedlichen Herstellern jetzt bei Janur hängen geblieben 🙂 Der Kokoszucker schmeckt herrlich, lässt sich wunderbar verarbeiten und wird in liebevoller und mühevoller Kleinarbeit hergestellt. 

Neben Kokosblütenzucker mag ich übrigens Birkenzucker, Traubenzucker und Reissirup am liebsten. Aber dazu wird es in den nächsten Wochen einige Berichte geben! Ich freue mich auf eure Kommentare 🙂

Eure Fabienne

 

*Die getesteten Produkte wurden mir kostenfrei zur Verfügung gestellt!

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