Aus dem Alltag

Buchrezension: Süß und glutenfrei backen

Heute geht es wieder um die Kunst des glutenfreien Backens. Viele leckere, ausgefallene und hübsche Kreationen finden sich in dem Buch „Süß und glutenfrei backen“. Ich stelle euch das Buch heute etwas genauer vor und verrate euch ein leckeres Brownie-Rezept daraus 🙂

 

Das heutige Rezensionexemplar hat mir einige Freuden beschert, die mit Hefeteig zu tun habe. Wer diesen Blog schon länger verfolgt, weiß, dass ich mit glutenfreiem Hefeteig schon viele viele Male auf dem Kriegsfuß stand. Mittlerweile können wir uns allerdings ganz gut leiden. Dennoch habe ich jedes Mal vor einer Rezeptentwicklung mit Hefe, nun sagen wir mal, Bammel :D. In dem Buch sind einige tolle Hefeteig-Rezepte drin und ich war wirklich begeistert von den Ergebnissen. Aber wie immer, starten wir erst einmal mit ein paar nützlichen Informationen:

Eckdaten:

Titel: Süß und glutenfrei backen – Kuchen, Törtchen und Kekse

Autorinnen: Jessica Frej, Maria Blohm

Verlag: Thorbecke

Preis: 17,99 €

Seitenanzahl: 128

Format: 20,2 x 2 x 25,9 cm

Aufbau & Kapitel:

Das Buch beginnt, nach dem obligatorischen Inhaltsverzeichnis und einem kurzen Vorwort der Autorinnen, mit einer Einführung in das glutenfreie Backen. Zugegeben, in den meisten glutenfreien Koch-& Backbüchern finden sind mittlerweile solche Informationen. Dennoch gehört es für mich dazu, ich finde jede Ausführung über das Thema sehr interessant. In diesem kurzen Kapitel wird unter anderem erklärt, was Xanthan und Pofiber (Kartoffelfasern) sind, welche Mehle man wie unter einander austauschen kann und ob Hafer glutenfrei ist. Nach den kurzen Ausführungen zum Thema „Gluten“ geht es weiter mit ein paar Küchenhelfern. Hier werden Backofen, Formen, Spritzbeutel und Tüllen, Paletten, Thermometer und Tortenbodensäge genannt. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht, warum die Überschrift heißt „Welche Hilfsmittel brauche ich für glutenfreies Backen?“. Meiner Meinung nach benötigt man die aufgezählten Punkte generell, ob glutenfrei oder glutenhaltig.

Nach diesen Erläuterungen geht es los mit den Rezepten 🙂 Hier kommen wir auch schon zu einer Besonderheit. Es gibt keine Kapitel! Das ist ein Punkt, der sich erstmals von meinen bisherigen Rezensionsbüchern unterscheidet: Die Rezepte sind einfach nacheinander aufgeführt. Torten, Muffins, Kekse, Gebäck und andere Leckereien bilden einen bunten Rezepte-Mix. Ich muss sagen, dass ich das irgendwie erfrischend finde. Mir fehlen die Kapitel nicht. Das Buch ist nämlich trotzdem nicht unübersichtlich. Die Rezepte harmonieren alle miteinander und dementsprechend braucht es da meiner Meinung nach gar keine klaren Kategorien. Nach den Rezepten gibt es übrigens noch 2 Seiten, die frei geblieben sind, für Notizen. Das finde ich immer eine ganz schöne Spielerei.

Süß und glutenfrei backen

Rezept-Beispiele:

Das Buch bietet neben klassischen Rezepten wie Schokoladenmuffins, Cheesecake und Bananenbrot auch einige ausgefallene und vor allem internationale Leckereien. Kennt ihr schwedische Semlor? Also mir waren diese kleinen wunderbaren Hefeteig-Bällchen völlig neu, aber ich sage euch! Sie sind göttlich. Dazu aber gleich weiter unten im Text mehr 🙂 Biscotti, Tosca-Kuchen, Brüsseler Kekse, Finnenkekse und Safranschnitten sind weitere ausgefallene Rezeptideen.

Süß und glutenfrei backen

Einige Rezepte verführen einen schon mit ihren Namen zum Backen und Essen: Prinzessinnenschnitten, Streusel Crumble, Heidelbeermuffins mit Cremehaube und Crunch, Kleine Banoffee-Tartelettes – klingt das nicht herrlich? Und dann gibt´s da noch ein paar „Trendrezepte“ wie ein Eissandwich mit Cookies oder ein Käsekuchen mit Himbeeren und weißer Schokolade oder eine Zitronen-Baiser-Tarte. Trotzdem kommen auch die Klassiker in dem Buch nicht zu kurz: Schwarzwälder Kirschtorte, Erdbeertorte, Biskuitrolle, Schokoladenkuchen, Möhrenkuchen oder auch Brownies. 

Inhaltlich ist das Buch also wirklich abwechslungsreich, zeitgemäß und kreativ. Mir gefällt die Vielfalt und diese Mischung sehr gut.

Süß und glutenfrei backen

Layout, Bilder & Design:

Jedes Rezept im Buch hat mindestens eine Seite mit einem extra Foto dazu, bei manchen Rezepten folgen auch zwei oder sogar drei weitere Perspektiven des Bildes. Die Rezepte sind auf den Fotos sehr gut erkennbar, man kann die einzelnen Strukturen ausmachen und die Gerichte sind schön in Szene gesetzt. Rezept und Zubereitung sind sehr übersichtlich gestaltet. Zum Einstieg gibt es zu jedem Rezept ein paar Tipps oder wissenswerte Informationen, zu bestimmten Rezepten finden sich auch Hinweise zur Abwandlung. 

Das Buch ist für mich sehr stimmig, übersichtlich und leserfreundlich gestaltet. 

Hinweis für Allergiker:

Im Buch werden zum Großteil Reismehl, Maismehl und Maisstärke verwendet. Außerdem kommt Kartoffelmehl, Buchweizenmehl und auch Mandelmehl oft zum Einsatz. Einige Rezepte sind mit Hafer und einige Rezepte mit Hefe. Dennoch ist meiner Meinung nach genügend Abwechslung geschaffen, die Anzahl der hefehaltigen Rezepte dominiert keinesfalls. Im Gegenteil, die Mehrzahl entspricht klassischen Kuchen, Torten und Gebäcken, für die keine Hefe eingesetzt wird. Ich habe alle Rezepte mit Traubenzucker gesüßt, das hat ohne Probleme geklappt. Man kann sie also auch mit Zuckeralternativen herstellen 🙂 Außerdem kommt in vielen Rezepten Kartoffelfasern (Pofiber) zum Einsatz. Die Fasern sind extrem saugfähig, dienen also der Konsistenz glutenfreier Teige. In meinen getesteten Rezepten kamen sie nicht zum Einsatz, ich könnte mir allerdings auch vorstellen, dass man die Fasern durch etwas mehr Flohsamen und Xanthan austauschen kann. Ich werde das bei einem Rezept mal ausprobieren, da ich Kartoffelfasern nicht in meiner Küche habe. Sie sind wohl relativ schwer erhältlich, ich werde das mal Recherchieren. Wie dem auch sei, ich denke man kann sie ersetzen. Was vielleicht noch ein wichtiger Hinweis ist: Die meisten der Rezepte enthalten Eier. Sicherlich kann man auch hier das eine oder andere Rezept durch einen Ei-Ersatz ersetzen, allerdings gestaltet sich das bei der Vielzahl der Rezepte eher schwierig, denke ich. 

Getestete Rezepte:

Ich habe mittlerweile 4 Rezepte ausprobiert: Die Schwedischen Semlor, die Cookies, die Zitronenmuffins und auch die Brownies. Beginnen wir mal mit den schwedischen Semlor. Mich hat die Optik dieser kleinen Dinger total angesprochen, das Rezept klang außerdem auch sehr gut. Das Ergebnis spricht für sich: Ein absolut fluffiger und weicher Hefeteig, den man auch noch 2 Tage später essen konnte, ohne dass er zu trocken wurde. Herrlich sage ich euch! Ich war so überrascht über das Ergebnis, weil ich (wie bereits mehrfach erwähnt) mit glutenfreiem Hefeteig so manches Mal meine Schwierigkeiten hatte. Aber der Teig war genau so wie man ihn sich wünscht. Schon die Verarbeitung war klasse. Man konnte die Bällchen wunderbar formen. Das Rezept zu den Schwedischen Semlor wird, aufgrund meiner Begeisterung, am Sonntag in einem separaten Blogpost folgen 🙂

Die Zitronenmuffins hätten meiner Meinung nach wesentlich zitroniger sein können. Mir hat hier das Aroma etwas gefehlt. Außerdem waren sie recht kompakt, für mich hätten sie einen Ticken weicher sein können. Ich mag gerne weiche und luftige Muffins, die schön aufgehen. Ich habe sie deshalb nochmal gebacken und ein wenig abgewandelt. Etwas mehr Backpulver und mehr Zitronensaft und Schale – dann war ich zufrieden 🙂

Die Cookies waren innen weich und außen knusprig. Das sind mir mit die wichtigsten Punkte, wenn es um einen guten Cookie geht. Allerdings waren sie nicht sehr feucht, oder wie manch einer sagen würde „chewy“, also zäh. Sie hatten stattdessen eine festere, dennoch angenehme Struktur. Dafür sorgen hierbei die Haferflocken.  

Glutenfreie Brownies

Zu guter Letzt noch die Brownies. Ich war erst einmal irritiert von den Zutaten, da Mini-Marshmallows in das Rezept kommen. Ich bin zugegebenermaßen so gar kein Fan von Marshmallows, wollte das Ergebnis aber nicht verändern und habe sie deshalb verwendet.Wahrscheinlich ist das der Grund weshalb ich von dem Rezept nicht ganz überzeugt bin. Also, versteht mich nicht falsch, der Brownieteig ist klasse! Er schmeckt super schokoladig, ist angenehm weich und saftig, einfach prima. Die Textur bekommen die Brownies durch Pistazien, gehackte weiße Schokolade und eben die Mini-Marshmallows. Ich werde sie gerne nochmal machen, lasse die Marshmallows dann aber weg 🙂 

Gesamtfazit:

Mir gefällt das Buch sehr gut! Mich spricht besonders die Vielfalt der Rezepte an, es ist für jeden was dabei wie ich finde. Besonders toll finde ich, dass mehrere Rezepte mit Safran im Buch zu finden sind. Das ist eine Seltenheit und deshalb umso spannender. Ich werde ganz bald die Safranküchlein ausprobieren. Das Buch ist ein sehr schöner Zeitvertreib, durch die freundliche Aufmachung kann man es wunderbar „mal zwischendurch“ etwas durchblättern und sich Inspirationen holen. Die Rezepte klingen sehr vielversprechend, was wie ihr sicher wisst, bei glutenfreiem Backen nicht immer der Fall ist. Besonders von dem Konzept der Hefeteige war ich angetan. Ganz vorne, in der Einführung zum glutenfreien Backen, gehen die beiden Autorinnen nämlich darauf ein, dass Hefeteige bei ihnen nicht mit lauwarmer Flüssigkeit gemacht werden. Stattdessen setzten sie auf normale Temperaturen der Flüssigkeiten. Das würde dafür sorgen, dass der Hefeteig zwar länger geht, aber einen intensiveren Geschmack entwickelt. Was diesen Punkt angeht, kann ich euch leider nicht viel sagen, weil ich (typisch Fabienne) erst das Rezept gemacht habe und dann das Einführungskapitel gelesen habe. Die Gier auf Süßes hat gesiegt, was soll ich sagen 🙂 Jedenfalls dachte ich, dass hier einfach die Angabe „lauwarm“ fehlt, ich kenne es von Hefeteig nun mal nicht anders. Ich habe die Semlor also mit lauwarmer Milch gemacht, das hat wunderbar geklappt. Wie sich der Teig nun bei kalter Flüssigkeit verhält, muss ich noch testen. Diesen Hinweis finde ich nämlich sehr interessant. Aber zurück zu meiner Meinung des Buches:

Ich kann jedem das Buch empfehlen, der gerne abwechslungsreich glutenfrei backt. Alle Rezepte, die ich getestet habe, haben auch mit laktosefreien Produkten und Zuckeralternativen prima geklappt. Das sollte also kein Hindernis sein, wobei laktosefreie Produkte sowieso beim Backen für mich nie einen Unterschied darstellen. Da die hefehaltigen Rezepte absolut keine Überhand nehmen, kann ich es auf für diejenigen empfehlen, die nicht gerne mit Hefe backen. Bei Butter habe ich übrigens immer Alsan verwendet, also vegane Pflanzenbutter. Das hat auch ganz prima funktioniert.  

Ich würde mich freuen, wenn der Blogpost für den einen oder anderen von euch hilfreich ist. Ich mag die Rezepte im Buch sehr gerne und werde sicherlich noch einige davon ausprobieren. Euch wünsche ich jetzt aber erst einmal einen guten Start in den Tag 🙂

Eure Fabienne 

Brownies
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Prep Time
20 min
Cook Time
30 min
Total Time
1 hr
Prep Time
20 min
Cook Time
30 min
Total Time
1 hr
Zutaten für eine 20x30 cm Form
  1. 125 g dunkle Schokolade
  2. 100 g zimmerwarme Butter
  3. 150 g Zucker
  4. 20 g heller Sirup / heller Zuckerrübensirup (Ich habe Reissirup verwendet)
  5. 2 Eier
  6. 2 EL Kakaopulver
  7. 1 TL Vanillezucker
  8. 40 g Maisstärke
  9. 30 g Buchweizenmehl
  10. 100 g weiße Schokolade
  11. 100 g Pistazien
  12. 30 g glutenfreie Mini-Marshmallows
Zubereitung
  1. Den Ofen auf 175 Grad vorheizen.
  2. Die dunkle Schokolade hacken und über dem Wasserbad schmelzen.
  3. Die Butter, den Zucker und den Sirup verrühren.
  4. Die Eier einrühren.
  5. Dann die geschmolzene Schokolade einarbeiten.
  6. Das Kakaopulver, den Vanillezucker, die Maisstärke und das Buchweizenmehl durchsieben und unter die Mischung rühren.
  7. Die weiße Schokolade hacken und zusammen mit den Pistazien unter den Teig heben.
  8. Den Boden der Form mit Backpapier auslegen.
  9. Den Teig hineingießen, mit den Marshmallows bestreuen und diese etwas eindrücken.
  10. Die Brownies 30-35 Minuten backen.
  11. Abkühlen lassen und vor dem Verzehr für ein paar Stunden in den Kühlschrank stellen.
Freiknuspern http://freiknuspern.de/

Kommentare (6)

  • Welche Marshmallows hast du genutzt?

    Antworten
    • Das weiß ich leider nicht mehr, der Beitrag liegt schon eine ganze Weile zurück 😉

      Antworten
  • Eine zusätzliche Frage: Ich muss das Milcheiweiß weglassen. Werden viele Milchprodukte, wie Sahne, Schmand und Jogurt in dem Buch verwendet? LG Sabine

    Antworten
    • Liebe Sabine,

      das Buch beinhaltet rein pflanzliche Rezepte. Es ist alles ohne tierische Milchprodukte. Keine Sahne, Schmand oder Joghurt, es sollte daher gut für dich geeignet sein. Die Rezepte sind glutenfrei, vegan (ab und an verwendet sie Honig) und zuckerfrei. Ich wünsche dir viel Glück bei dem Gewinnspiel 🙂 Liebe Grüße, Fabienne

      Antworten
  • Ich glaub das Buch muss ich mir kaufen, da ich mit keinem der Mehle bisher glück hatte und immer die Mischungen von Schär und Co verwenden muss, in denen mehr als „nur“ Mehl drin ist.

    Antworten
    • Dann kann ich dir das Buch sehr empfehlen, liebe Nicole. Ich bin mittlerweile auch fast komplett von den fertigen Mischungen weg gekommen. Das Buch ist dafür auf jeden Fall sehr hilfreich und die Kombinationen der Mehle schmecken sehr gut 🙂
      Liebe Grüße, Fabienne

      Antworten

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