
1. KokosblĂźtenzucker
Definition:
KokosblĂźtenzucker, auch Kokoszucker und Kokosnektar genannt, wird aus dem Nektar der Kokospalme hergestellt. Er hat einen sehr geringen glykämischen Wert, dieser gibt an wie stark der Blutzuckerspiegel ansteigt. Lebensmittel mit einem niedrigen glykämischen Wert lassen den Blutzuckerspiegel langsam und gleichmäĂig ansteigen, wohingegen hoch-glykämische Lebensmittel fĂźr einen rapiden und ungleichmäĂigen Anstieg des Blutzuckerspiegels sorgen. Neben dem niedrigen glykämischen Wert ist der KokosblĂźtenzucker zudem sehr nährstoffreich. Er liefert viel Kalium, Magnesium, Zink, Eisen, Bor, Kupfer und Schwefel.
Verwendung:
Den Kokosblßtenzucker kann man 1:1 wie braunen Zucker verwenden. Er schmeckt, anders als der Name es vermuten lässt, nicht nach Kokos sondern hat einen leicht vanilligen und stark karamelligen Geschmack.
Tipps:
Nur wenige Anbieter bauen die Kokosplantagen nachhaltig an, daher stammen auch nur wenige Kokosprodukte aus einer Ükologischen Produktion. Beim Kauf solltest du dich daher ßber den Anbieter / die Bezugsquelle informieren, damit du mÜglichst nachhaltig hergestellten Kokosblßtenzucker erhältst.
Kosten:
Je nach Anbieter variieren die Preise sehr stark. Das kann ein Hinweis auf die Anbaubedingungen sein. In Bio-Qualität kostet ein Kilo Kokosblßtenzucker zwischen 30-40 Euro. Man findet auch Anbieter wo das Kilo ab 9 Euro erhältlich ist, da muss jeder fßr sich selbst entscheiden ob er sparen mÜchte oder an die Umwelt denkt. Klar ist, Kokosblßtenzucker in Bio-Qualität ist ein Luxusprodukt, das man nicht in Mengen verwenden sollte. Als kleines Topping auf TÜrtchen oder zur Geschmacksveredelung von Teigen finde ich ihn allerdings sehr gut!
Vorteile:
- ⢠Leckerer Geschmack
- ⢠Verwendung im gleichen Verhältnis wie brauner Zucker
- ⢠Viele Nährstoffe
- ⢠Gute Backeigenschaften
Nachteile:
- ⢠In Bio-Qualität ein recht teures Produkt, was in Mengen verwendet ganz schÜn in´s Geld geht
- ⢠Oft schlechte Anbieter
- ⢠Starke Preisschwankungen zwischen den Anbieter
- ⢠Sehr teuer
2. Stevia
Definition:
Stevia ist ein SĂźĂstoff, der aus einer Pflanze gewonnen wird. Der Bestandteil des Gemisches, welcher fĂźr die SĂźĂkraft sorgt nennt sich Stevioglykosid. Stevia sollte als eine Art âZuckerrevolutionâ gelten. 2011 hat der wissenschaftliche Lebensmittelausschuss der EU die EinfĂźhrung von Stevioglykosid als SĂźĂungsmittel offiziell genehmigt. Dieser Stoff wird mit Hilfe eines âExtrahierungsverfahrensâ (Ăhnlich des normalen Zuckers) aus den Blättern der Stevia-Pflanze gewonnen. Das Ergebnis ist ein Pulver, welches eine bis zu 300 Mal stärke SĂźĂkraft als handelsĂźblicher Zucker hat.
Verwendung:
Stevia ist in vielen verschiedenen Formen erhältlich, man findet es in flĂźssiger Variante, pulverisiert oder in Tablettenform. Der natĂźrliche Stevia hat eine bräunliche Farbe, meist findet man im Handel allerdings nur weiĂes Stevia. In der Anwendung bzw. bei der Dosierung ist Vorsicht geboten. Das ist einer der GrĂźnde, warum ich persĂśnlich Stevia nicht gerne nutze. Da die SĂźĂkraft bis zu 300 Mal stärker ist als die des normalen Zuckers reicht eine geringe Menge aus. Diese abzuschätzen ist schwierig. Stevia hat auĂerdem einen ziemlich penetranten Eigengeschmack, das muss man mĂśgenâş
Kosten:
Mittlerweile ist Stevia nicht mehr nur in Reformhäusern oder Bio-Märkten zu finden, viele Supermärkte fĂźhren das SĂźĂungsmittel in verschiedenen Formen. Je nachdem ob das Produkt mit anderen Stoffen gestreckt wurde oder nicht, zeigen sich auch Unterschiede bei den Kosten. Es gehĂśrt dennoch zu den billigeren Zuckeralternativen. Man findet Anbieter, bei denen das Kilo ab 3 Euro aufwärts kostet.
Vorteile:
- ⢠Kalorienarm
- ⢠Fßr Diabetiker geeignet
- ⢠Sehr gßnstig
Nachteile:
- ⢠Schwierig zu Dosieren
- ⢠Starker Eigengeschmack
- ⢠Selten in reiner Form erhältlich. Häufig wird es mit Isomalt und Maltodextrin gestreckt
3. Traubenzucker
Definition:
Traubenzucker, auch Glucose genannt, ist ein natßrlicher Bestandteil vom handelsßblichen Zucker, also Saccharose. Dieser besteht zu gleichen Teilen aus Glucose und Fructose. Traubenzucker ist weit weniger sßà als Fruchtzucker, zudem ist er in der Regel fructosefrei. Er treibt den Insulinspiegel rasant in die HÜhe, fßr Diabetiker ist er damit nicht geeignet. Im Handel ist er in verschiedenen Formen erhältlich, zum Backen eignet sich die pulverisierte Variante sehr gut. Diese erinnert an Puderzucker.
Verwendung:
Er hat ähnliche Backeigenschaften wie Zucker. Die SĂźĂkraft ist im Vergleich zum Haushaltszucker etwas geringer und beträgt etwa 50-60%. Wenn man mit Traubenzucker arbeitet, sollte man etwas weniger Wasser oder FlĂźssigkeit verwenden, sonst kann der Teig zu flĂźssig werden. Das liegt daran, dass Traubenzucker häufig einen Kristallwasseranteil von circa 10 % aufweist. Sobald sich der Traubenzucker während des Backens auflĂśst wird das Wasser freigesetzt. In der Umsetzung bedeutet das: Auf 500 g Traubenzucker etwa 40 ml weniger FlĂźssigkeit verwenden.
Kosten:
Traubenzucker zählt zu den gßnstigeren Zuckeralternativen. 500 Gramm gibt es je nach Anbieter ab circa 2 Euro.
Vorteile:
- ⢠Bei Fructoseintoleranz geeignet
- ⢠Leicht erhältlich
- ⢠Gutes Preis-Leistungsverhältnis
Nachteile:
- ⢠Lässt den Blutzuckerspiegel rasant ansteigen
- ⢠Beeinflusst durch den Kristallwasseranteil den zubereiteten Teig
- ⢠Geringere SĂźĂkraft als Zucker
4. Xylit / Xylitol / Birkenzucker / Xucker
Definition:
Xylit ist ein Zuckeralkohol / ein Zuckeraustauschstoff. Xylit findet sich in manchen GemĂźsearten, Beeren und der Rinde von Birken. Wie viele Zuckeraustauschstoffe hat auch Xylit bei ĂźbermäĂigem Verzehr eine abfĂźhrende und aufblähende Wirkung. Die SĂźĂkraft ist zwar sehr hoch, aber aufgrund seiner abfĂźhrenden und aufblähenden Wirkung bei ĂźbermäĂigem Verzehr sollte man Xylit nicht immer 1:1 wie Zucker verwenden.
Verwendung:
Xylit hat sehr gute Backeigenschaften. Auch mit Eiern lässt er sich sehr gut aufschlagen.
Kosten:
Definitiv eine der teureren Zuckeralternativen. Der wohl gerade bekannteste und grĂśĂte Anbieter von Xylit ist Xucker. Im Vergleich zu anderen Anbietern ist meines Wissens nach der GĂźnstigste. Dennoch kostet 1 Kilo Xylit circa 9 Euro.
Vorteile:
- ⢠Nahezu identische SĂźĂkraft wie Zucker
- ⢠Schßtzt Zähne vor Karies
- ⢠Reduziert Plaque
- ⢠Wenig Kalorien
- ⢠Wird bei Fructoseintoleranz oft vertragen
- ⢠Gute Backeigenschaften
- ⢠Wird Insulinunabhängig verstoffwechselt, daher in der Regel fßr Diabetiker geeignet
Nachteile:
- ⢠Mittelpreisig
- ⢠Leicht âscharferâ Nachgeschmack (erinnert an Menthol)
- ⢠Nicht ßberall erhältlich
- ⢠Kann bei ĂźbermäĂigem Verzehr abfĂźhrend oder aufblähend wirken
- ⢠WasserlÜslich und nicht fettlÜslich (bei no-bake Rezepten kÜnnen kÜrnige Reste bestehen bleiben)
5. Honig
Definition:
Honig zählt zu den ältesten SĂźĂungsmitteln Ăźberhaupt. Grundsätzlich enthält er viele wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente, jedoch auch je nach Sorte circa 30 -40 % Fructose. Bei einer Fructoseintoleranz ist er daher ungeeignet. Da er auch viel Glucose enthält ist er auch fĂźr Diabetiker nicht geeignet.
Verwendung:
Er hat eine stärke SĂźĂkraft als Zucker. Zudem enthält er in der Regel sehr viel Zucker und sollte daher immer nur in kleinen Mengen verwendet werden.
Kosten:
Honig zählt zu den gßnstigen Zuckeralternativen, wobei es auch hier je nach Sorte und Anbieter preisliche Unterschiede geben kann. Grundsätzlich ist ein Glas Honig ab circa 3 Euro erhältlich.
Vorteile:
- ⢠Kann viele Mineralstoffe und Vitamine enthalten
- ⢠Ăberall erhältlich
Nachteile:
- ⢠Ungeeignet bei Fructoseunverträglichkeit und Diabetes
- ⢠Nicht vegan
- ⢠Teilweise eine starke industrielle Verarbeitung
- ⢠Schwierige Dosierung, da er je nach Sorte einen starken Eigengeschmack haben kann
6. Reissirup
Definition:
Reissirup wird aus gemahlenem Vollkornreis und Wasser gewonnen. Im Gegensatz zum Traubenzucker besteht Reissirup nicht nur aus Glucose sondern auch aus Zweifachzuckern und Mehrfachzuckern. Diese bestehen allerdings alle nur aus GlucosemolekĂźhlen, deshalb ist der Reissirup eine gute Zuckeralternative bei Fructoseintoleranz. Er wird langsamer vom KĂśrper aufgenommen und beeinflusst den Blutzuckerspiegel dadurch nicht so stark.
Verwendung:
Er hat ähnliche Backeigenschaften wie Honig und funktioniert fĂźr viele verschiedene Rezepte. Man sollte die Menge an FlĂźssigkeit bei der Verwendung von Reissirup etwas reduzieren, da der Teig sonst insgesamt zu flĂźssig werden kann. Die SĂźĂkraft beträgt im Vergleich zum Zucker nur 70 %, mich stĂśrt das allerdings nicht weil meiner Meinung nach die Vorteile Ăźberwiegen. Der Eigengeschmack ist sehr gering, fĂźr mich ist er sogar eher geschmacksneutral.
Kosten:
Von allen bisher vorgestellten Zuckeralternativen befindet sich Reissirup in der preislichen Mitte. Auch hier gibt es je nach Anbieter Unterschiede. Durchschnittlich kostet er ca. 6 Euro fĂźr 500 Gramm.
Vorteile:
- ⢠Geschmacksneutral
- ⢠Fructosearm / fructosefrei
- ⢠Gute Back- und Kocheigenschaften
- ⢠Reich an Mineralstoffen wie Eisen, Magnesium & Kalium
Nachteile:
- ⢠Geringe SĂźĂkraft
- ⢠Mittelpreisig
- ⢠Meistens nur in Bio- und Drogeriemärkten erhältlich
7. Ahornsirup
Definition:
Ahornsirup wird aus den kanadischen Ahornbäumen gewonnen. Jedes Frßhjahr gibt es eine kurze Zeitspanne, in der sich die Stärke, die in den Bäumen gespeichert ist, in Zucker verwandelt. Dann kann der Baum angezapft werden. Dafßr genßgt es ein kleines Loch in die Rinde des Baumes zu bohren, in das ein Zapfhahn gesteckt wird. Die kristallene Flßssigkeit wird daraufhin solange eingekocht, bis sich eine dickliche Masse bildet. Mit einem Fructosegehalt von circa 30 % ist er bei einer Fructoseunverträglichkeit eher ungeeignet.
Verwendung:
Durch die flĂźssige Konsistenz empfiehlt es sich bei der Verwendung von Ahornsirup auch etwas weniger FlĂźssigkeit zu verwenden, damit das Gesamtergebnis nicht zu flĂźssig wird. Ansonsten hat Ahornsirup gute Backeigenschaften und einen angenehm sĂźĂen, aber auch leicht herben Geschmack. Die SĂźĂkraft im Vergleich zum Zucker liegt bei etwa 60 -70 %.
Kosten:
Ăhnlich wie der Reissirup ist Ahornsirup auch im mittleren Preissegment angeordnet. Wie bei allen Zuckeralternativen gibt es auch hier je nach Anbieter erhebliche Preisschwankungen. Die Flasche mit 250 ml kostet bei Rewe und DM circa 5 Euro.
Vorteile:
- ⢠Einfach zu dosieren
- ⢠Fast ßberall erhältlich
- ⢠Angenehmer Geschmack
- ⢠Reich an Nährstoffen
Nachteile:
- ⢠Geringe SĂźĂkraft
- ⢠Teuer
- ⢠Nicht geeignet bei Fructoseintoleranz
8. Agavendicksaft / Agavensirup
Definition:
Agavendicksaft ist ein natĂźrliches SĂźĂungsmittel, das aus dem Saft der Agavenpflanze gewonnen wird. Er ist sĂźĂer als Honig aber weniger dickflĂźssig. Bei Fructoseintoleranz ist er absolut nicht zu empfehlen, da er aus circa 80 % Fruchtzucker besteht.
Verwendung:
Er hat ähnliche Backeigenschaften wie Reissirup. Durch seine stärkere SĂźĂkraft muss man ihn allerdings vorsichtig dosieren. Da es sich auch hierbei um ein flĂźssiges SĂźĂungsmittel handelt muss die generelle FlĂźssigkeit im Teig etwas reduziert werden. Einen starken Eigengeschmack hat Agavendicksaft nicht.
Kosten:
Das Produkt zählt zu den gßnstigeren Zuckeralternativen. Eine Flasche mit 250 ml ist ungefähr ab 2,60 Euro erhältlich.
Vorteile:
- ⢠Leicht erhältlich
Nachteile:
- ⢠Starker Eigengeschmack
- ⢠Sehr viel Fruchtzucker
- ⢠Nicht geeignet bei Fructoseintoleranz
9. Erythrit / Erythrol / Sukrin / Sukolin / Xucker Light
Definition:
Erythrit gehĂśrt wie Xylit zu den Zuckeralkoholen und ist eine sßà schmeckende, chemische Verbindung. Er kommt in der Natur in Käse, Obst oder Pistazien vor. FĂźr die Herstellung als SĂźĂungsmittel wird er allerdings chemisch gewonnen.
Verwendung:
Im Vergleich zum Zucker hat es eine 70 % SĂźĂkraft. ĂuĂerlich erinnert es an Xylit, auch in der Verwendung sind diese beiden Zuckeraustauschstoffe sehr ähnlich. Es gibt jedoch einen wichtigen Vorteil des Erythrits gegenĂźber Xylit: Er gelangt fast zu 90 % Ăźber den DĂźnndarm in den Blutkreislauf und wird Ăźber die Nieren ausgeschieden. Damit ist er im Vergleich zum Xylit häufig besser verträglich (Ich habe ja erwähnt, dass Xylit abfĂźhrend wirken kann).
Kosten:
Erythrit zählt zu den gßnstigeren Zuckeralternativen. Je nach Anbieter gibt es auch hier Preisschwankungen. Eine 500 Gramm Packung ist ab 5 Euro erhältlich.
Vorteile:
- ⢠Kaum Kalorien
- ⢠In der Regel gut verträglich
- ⢠Kein Eigengeschmack
- ⢠Gut in der Anwendung / gute Backeigenschaften
- ⢠Niedriger glykämischer Wert (beeinflusst den Blutzuckerspiegel kaum)
Nachteile:
- ⢠WasserlĂśslich und nicht fettlĂśslich (bei no â bake Rezepten kĂśnnen kĂśrnige Reste bestehen bleiben)
- ⢠Nicht ßberall erhältlich
- ⢠Kann bei ĂźbermäĂigem Verzehr abfĂźhrend wirken, wird aber in der Regel besser vertragen als Xylit.
- ⢠Im Vergleich zum Xylit ist die SĂźĂkraft weniger stark und liegt nur bei etwa 70 % wohin gehend das Xylit nahezu identisch zu der SĂźĂkraft von Zucker ist.
NatĂźrlich gibt es noch wesentlich mehr Zuckeralternativen, ich habe mich bei dieser Ăbersicht auf die Bekanntesten reduziert und meine Lieblinge deklariert âş Fruchtpasten (wie Datteln, Feigen oder Aprikosen) kĂśnnen zum Beispiel ebenfalls als SĂźĂungsmittel eingesetzt werden. Allerdings sind TrockenfrĂźchte (und daraus resultierende Fruchtpasten) absolut nicht bei einer Fructoseintoleranz verträglich, weshalb ich sie bei meiner Auflistung ausgelassen habe!
Ich freue mich, wenn diese kleine Ăbersicht fĂźr den einen oder anderen von euch hilfreich ist! Am besten ihr probiert euch durch die einzelnen SĂźĂungsmittel durch und entscheidet selbst, welche Art zu SĂźĂen fĂźr euch in Frage kommt. Beim Ausprobieren wĂźnsche ich euch viel SpaĂ!
Eure Fabienne