Aus dem Alltag

Reisetipps einer Zöliakie-Betroffenen von Anna von glutenfreiumdiewelt

Heute geht es um das Thema „unbeschwert Reisen mit Zöliakie“. Anna berichtet uns von ihren glutenfreien Reiseerfahrungen und lässt uns an ihren Reise-Tipps teilhaben, die wir für eine glutenfreie Reise wissen müssen!

 

Anna kenne ich seit einigen Monaten persönlich und stehe in regelmäßigem Kontakt mit ihr. Für mich ist sie eine echte Weltenbummlerin, die sich von der Zöliakie einfach mal so gar nicht einschränken lassen möchte. Sie reist in die fernsten Regionen, zum Teil auch in die (für eine glutenfreie Ernährung) unsichersten Regionen und bewahrt trotzdem einen kühlen Kopf und eine positive Einstellung zum Reisen. Wie sie das schafft, erzählt sie uns heute!

Anna blogt auf glutenfreiumdiewelt.de über ihre Erfahrungen und Tipps beim Reisen mit Zöliakie! Sie nimmt ihre Leser mit an die entferntesten und schönsten Örtchen dieser Welt und kann immer über viele positive Erfahrungen und nützliche Tipps für Zöliakie-Betroffene berichten! Früher hat sie selbst oft vergeblich nach Erfahrungsberichten gesucht, was das Reisen in bestimmte Länder oder bestimmte Orte mit Zöliakie betrifft. Gibt es wohl etwas Glutenfreies dort? Gibt es im Supermarkt glutenfreie Lebensmittel? Kennen sie sich in den Restaurants mit Zöliakie aus? All die Fragen möchte sie euch auf ihrem Blog beantworten, ihre Erfahrungen aufschreiben und an euch weitergeben. Aber vor allen Dingen möchte sie Eins: Mut geben, trotz Zöliakie die Welt zu erkunden!

Glutenfrei unterwegs: Über das Reisen mit Zöliakie

 

Seit meiner Zöliakiediagnose vor einigen Jahren hat sich in meinem Alltag einiges geändert. Natürlich lebe ich strikt glutenfrei – aber vor allen Dingen lebe ich auch bewusster. Auch heute finde ich es teilweise ganz schön gemein, wenn ich durch die Stadt laufe und an einer Bäckerei den Geruch von frisch gebackenen Brötchen in der Nase habe! Ich muss zugeben, dass ich es früher geliebt habe, den Teig aus dem noch warmen Brötchen heraus zu pulen und dann die krosse Hülle zu essen.

Auch wenn mir die Zöliakie ein paar Dinge genommen hat, die ich früher geliebt habe, habe ich mir von ihr eine meiner größten Leidenschaften nicht nehmen lassen: Das Reisen.

Schon lange vor meiner Diagnose hat es mich immer wieder in die Welt hinausgezogen. Neue Kulturen, Eindrücke und Geschmäcker der verschiedensten Länder und Kontinente haben mich magisch angezogen. Nach wie vor liebe ich es einfach über Märkte zu schlendern, mich an Garküchen durch das Angebot zu futtern und neue Lebensmittel und Zutaten kennenzulernen.
Nachdem 2009 meine Zöliakie diagnostiziert wurde, habe ich versucht so weiterzumachen, wie ich es vorher schon getan habe. Für mich kam nie in Frage, mich zu Hause zu verschanzen und so viele Orte, die ich immer schon sehen wollte, nicht von meiner Bucketlist abhaken zu können. Das war nie eine Option. Anstatt zu überlegen, ob ich irgendwohin fahre, überlege ich immer nur, wie ich das am besten anstelle und mich darauf vorbereite. Nach wie vor entscheidet mein Herz bei der Auswahl der nächsten Reiseziele. Auch wenn mein Verstand das ein oder andere Mal schon protestiert hat, habe ich meine Herzensentscheidungen nie bereut!


Was brauche ich für eine Reise?

 

Mut & Selbstvertrauen

Ich kann gut verstehen, dass man aufgeregt ist, wenn man sich das erste Mal mit Zöliakie auf eine Reise macht. Was packe ich alles ein? Klappt es wohl mit dem bestellten Flugzeugessen? Wissen die im Hotel wirklich, was ich alles nicht essen darf und wie es zubereitet wird? Aber mit Mut und einer guten Portion Selbstvertrauen sieht die Welt schon ganz anders aus! Na klar kann immer etwas schiefgehen – aber genau dessen muss man sich bewusst sein und darf nicht mit einer rosaroten Brille ins Abenteuer aufbrechen!

Vorbereitung

 

Das A und O einer glutenfreien Reise ist für mich immer eine gute Vorbereitung! Wenn man weiß, wo es einen hinverschlägt, kann man mit der Recherche und Vorbereitung beginnen. Nachdem ich einen Flug gebucht habe, geht es an die Suche nach Berichten, ob jemand anders online schon seine Erfahrungen von dem jeweiligen Land oder Ort geteilt hat. Natürlich nimmt einem das ein bisschen seine Sorgen und Ängste, wenn man liest, dass auch andere Personen mit Zöliakie dort eine tolle Zeit verbracht haben. Auch mir geht es da nicht anders! Wenn die Berichte eher negativ sind, lasse ich mich davon aber auch nicht abschrecken. Dann plane die Erfahrungen einfach ein und bereite mich umso besser darauf vor, indem ich ein paar Vorräte mehr an glutenfreien Sachen wie z.B. Nudeln oder Brot in den Koffer packe.

Was gehört noch zur Vorbereitung?

 

Restaurants & Hotels anschreiben

Zu einer guten Vorbereitung gehört es für mich auch immer, die Restaurants und Hotels per Mail anzuschreiben, die ich bei meiner Onlinerecherche gefunden habe. Ich höre da immer gerne nach, ob es immer noch etwas Glutenfreies gibt – manchmal sind Blogartikel oder Erfahrungsberichte schon etwas älter, so dass es sein kann, dass sich das Angebot geändert hat, oder das Restaurant gar nicht mehr da ist.


Bitte an den Koch

 

Zur Sicherheit suche ich mir auch immer noch in der jeweiligen Landessprache die Bitte an den Koch heraus und packe sie in meine Tasche, damit ich sie immer bei mir habe. Hier wird noch einmal genau erklärt, was man essen darf und was eben auch nicht. Oft gibt mir das einfach noch ein besseres Gefühl, wenn der Koch noch einmal genau lesen kann, worauf es bei meinem Essen ankommt.
Vorräte einpacken
Ich ziehe niemals ohne genügend Vorräte los. Klar kann man die Menge an mitgenommenen Sachen anpassen, wenn man mit Sicherheit weiß, dass es vor Ort etwas Glutenfreies gibt. Aber zumindest für die ersten Tage vertraue ich da nur einer Person: Mir selbst! Es kann immer Etwas schiefgehen, so dass man in den ersten Tagen ohne etwas Richtiges zu essen dasitzt! Und ganz ehrlich: Tagelang aufgeschnittene Gurke oder Tomate zu essen wird auch irgendwann öde!

Höre auf dein Bauchgefühl

 

Unterwegs kann man nie wissen, was einen erwartet. Forrest Gump hat das schon ganz richtig gesehen: „Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel – man weiß nie, was man bekommt“. So ist das auch oft mit glutenfreiem Essen auf Reisen. Man muss sich immer dessen bewusst sein, dass etwas schieflaufen kann. Das kann zu Hause genauso passieren, wie in der weiten Welt. Mir hilft es immer, einfach auf mein Bauchgefühl zu hören. Wenn ich mich nicht ganz sicher fühle, rühre ich das Essen lieber nicht an.
Bei Garküchen in Asien handhabe ich es z.B. meist so, dass ich den jeweiligen Stand, der in die engere Auswahl gekommen ist, schon aus etwas Entfernung beobachte. Sehe ich da schon, dass Sojasoße oder dicke Panade verwendet wird, muss ich mich auch gar nicht erst erkundigen, ob es etwas Glutenfreies gibt. Zöliakie ist in vielen Ländern einfach nicht weit verbreitet – dementsprechend gibt es auch oft kein Verständnis, wenn man versucht, sein Problem zu erklären.

Meine Erfahrungen

 

Seit bald acht Jahren weiß ich von meiner Zöliakie und reise seitdem auch mit ihr – sie ist quasi mein ständiger Reisebegleiter! Wenn ich an die ganze Zeit zurückdenke, fallen mir vor allen Dingen tolle Erlebnisse ein! Ich habe viele Menschen kennen gelernt, die sich sehr bemüht haben, mir etwas Passendes zu kochen und haben sich währenddessen immer wieder versichert, ob ich diese oder jene Zutat essen darf. Ich denke an meine Gastfamilie in Nepal, die sich jeden Tag Gedanken gemacht hat, dass ich mich bei meinem Essen nicht langweile. Ich denke an die ältere Haushälterin im Hostel in Mexico City, die morgens extra immer zur Tortilleria gelaufen ist, um mir frische Maistortillas zu holen, damit ich gestärkt die Stadt erkunden kann.
All das sind Erlebnisse, die ich niemals in meinem Herzen tragen würde, wenn ich das Haus nach der Diagnose nicht mehr verlassen hätte. Natürlich gibt es auch Erfahrungen, die nicht so geplant waren, wie z.B. vergessenes Flugzeugessen oder Sojasoße im gebratenen Reis! Aber diese Erlebnisse passieren meist eher im Restaurant um die Ecke, als irgendwo in der weiten Welt!
Ich bin mir ganz sicher, dass man mit einer guten Vorbereitung, genügend Vorrat und Vertrauen in sein Bauchgefühl jede Reise meistern kann! Man muss es einfach nur wollen!
Ganz ehrlich: Die Welt wartet mit solch wundervollen Plätzen auf uns, dass es viel zu schade wäre, einfach zu Hause zu bleiben!


Meine liebe Anna, ich habe wirklich den größten Respekt vor dir und deiner Einstellung zum Reisen! Auf so positive und motivierende Art und Weise kannst du das vermitteln, was wirklich wichtig ist: Nicht einschränken lassen! Du weißt ja, ich bin beim Thema Reisen eher der vorsichtige Typ. Aber gerade wenn ich durch deinen Blog stöbere wird mir wieder eines bewusst: Nicht nur beim Essen möchte ich auf nichts verzichten oder mich einschränken lassen, nein beim Reisen soll meine Allergien ebenfalls kein Punkt sein der mich von etwas abhält!

Ich kann euch sehr empfehlen euch mal durch Anna´s Blog zu stöbern, Fernweg ist garantiert 🙂

Eure Fabienne

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